Wie, wann und warum führe ich mein Berichtsheft?

Das gute alte Berichtsheft heißt zwar nicht mehr Berichtsheft sondern "schriftlicher Ausbildungsnachweis". Allerdings hat sich mit der letzten Reform des Berufsbildungsgesetzes nur der Ausdruck verändert. Was bleibt ist: Das Berichtsheft (…wir bleiben bei der guten alten Formulierung) muss unbedingt geführt werden. Keine Ausbildung und keine Abschlussprüfung gehen "ohne".

 

  • Regelmäßigkeit:
    Der Azubi soll im Berichtsheft die Ausbildung dokumentieren. Und das geht nur, wenn die Aufzeichnungen zeitnah gemacht werden. Wer monatelang wartet, der wird kaum in der Lage sein, detaillierte Aufzeichnungen vorzunehmen. Dem Ausbilder sollte das Berichtsheft mindestens monatlich vorgelegt werden. Jeder Bericht muss mit einem Datum versehen sein und vom Ausbilder unterschrieben werden. Tipp: Nummeriert sie Seiten (Bsp.: "Ausbildungsnachweis-Nr. XX").
    Spätestens vor der Abschlussprüfung, oftmals auch zur Zwischenprüfung, muss das Berichtsheft vorgelegt werden. Fehlt der schriftliche Ausbildungsnachweis in vollständiger Form, dann ist eine Zulassung zur Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz nicht möglich.

  • Inhalt:
    Der Inhalt des Berichtsheftes soll die Fortschritte und die Entwicklung des Auszubildenden im Rahmen seiner Ausbildung widerspiegeln. Anhand eines Berichtsheftes können die Prüfer vorab sehen und beurteilen, ob in dem Betrieb alle erwünschten Kenntnisse vermittelt worden sind. Es ist also im Interesse des Azubis das Berichtsheft gewissenhaft zu führen, denn es dient auch als Überprüfung der Ausbilder, die sich an die Vorgaben der Handelskammer zu halten haben.

  • Fakten & Formulierungen:
    Die Verwendung von Fachausdrücken bietet sich beim Schreiben des Berichtsheftes durchaus an, denn es zeigt, dass du was dazu gelernt hast. Achte darauf, dass du einen Fachbegriff bei der ersten Nennung erklärst und dann zukünftig selbstverständlich verwendest.
    Berichte auch von Fehlern, die dir passiert sind und wie du sie beheben konntest. Dies dokumentiert einen Lernprozess und wird gerne gelesen. Verzichte generell auf ausführliche „Ausschmückungen“ und konzentriere dich auf die sachlichen Fakten. Ein Berichtsheft ist kein Tagebuch. Im Optimalfall entwickelst du Engagement beim Führen des Berichtsheftes - die Prüfer werden es merken.

 

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