Fragen und Antworten zum Ausbildungsstart

An wen wende ich mich bei Fragen? Was tun, wenn es Schwierigkeiten gibt?


Erster Ansprechpartner ist der Ausbilder. Für jeden Azubi im Betrieb ist ein bestimmter Ausbilder zuständig. Wenn man mit einer Aufgabe nicht zurechtkommt oder Ratschläge braucht, ist er der richtige Ansprechpartner.

Generell solltest du bei Schwierigkeiten nicht zu schnell emotional reagieren. Sammle Erfahrungen und lerne die Marotten der Kollegen richtig einzuschätzen. Ganz nach dem Motto: "Leben und leben lassen".

Bei dauerhaften Problemen sollest du zunächst versuchen, im Betrieb eine Lösung zu finden. Wenn das nicht möglich ist, kannst du dich an einen Ausbildungsberater der IHK wenden. Das Schlechteste, was du machen kannst, ist Schweigen und alles in dich hineinfressen. Sei dir immer bewusst, dass du als Azubi auch einige Rechte genießt.

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Wie falle ich beim Ausbildungsstart negativ auf? Was sollte ich vermeiden?


Wichtig ist Pünktlichkeit! Wer in der Anfangsphase zu spät kommt, hinterlässt direkt einen schlechten Eindruck. Generell ist Pünktlichkeit im Berufsleben ein absolutes Muss.

Auch das Schwänzen der Berufsschule ist ein typischer Anfängerfehler. Die Schulen informieren die Ausbildungsbetriebe über deine Abwesenheit.
Und Vorsicht: Du kannst sehr schnell den Anschluss verlieren, wenn du mehrere Unterrichtsstunden verpasst hast. Wenn du krank sein solltest, dann melde dies umgehend deinem Ausbildungsbetrieb.

 

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Was passiert, wenn ich Mist baue?


Azubis haften von Anfang an für ihre Fehler - und müssen in schweren Fällen mit einer Kündigung rechnen. Auszubildende unterliegen dem Direktionsrecht des Chefs/der Chefin, d. h. deren Anweisungen sind zu befolgen. An die festgelegten Regeln muss sich jeder Azubi halten.

Wenn du ständig zu spät kommst, dich nicht an Abmachungen hältst oder fahrlässig eine Maschine im Betrieb beschädigst, kann im schlimmsten Fall eine Kündigung folgen. Vorher muss es allerdings immer eine Abmahnung geben. Während der Probezeit dürfen beide Seiten den Ausbildungsvertrag jederzeit fristlos kündigen.

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Wie kleide ich mich angemessen?


Schwarze Fingernägel beim Bäcker oder ungewaschene Haare als Friseurlehrling sind ein No-Go. Als angehende Sekretärin kannst du nicht im Jogginganzug auf der Arbeit erscheinen, auch wenn du nach der Arbeit zum Sport gehst.

Kurzum: Du solltest als Azubi immer auf ein gepflegtes Äußeres achten. Ansonsten hängt es vom jeweiligen Beruf und Betrieb ab, was als angemessen gilt. Der Dresscode in einer Bank unterscheidet sich sicher von dem Dresscode in einer Werkstatt. Erkundige dich am besten schon vor Beginn der Ausbildung, was erwartet wird.

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Brauche ich eine eigene Krankenversicherung? Welche soll ich wählen?

Als Azubi bist du nicht mehr über deine Eltern versichert und musst deshalb eine eigene Krankenversicherung abschließen. Hierzu musst du bei Antritt deiner Ausbildung deinem Ausbildungsbetrieb die Krankenkasse deiner Wahl nennen. Der Betrieb hat dann die Aufgabe, dich bei der Krankenkasse anzumelden. Das sollte möglichst zeitnah geschehen. Versäumt du es, deinem Ausbildungsbetrieb eine bestimmte Krankenkasse zu nennen, dann entscheidet der Ausbildungsbetrieb 14 Tage nach Beginn der Ausbildung selbst über die Krankenkasse des Auszubildenden.

 

Da du als Azubi deutlich unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienst, kannst du nicht Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden, auch wenn du vorher über deine Eltern privat krankenversichert warst. Die Versicherungspflichtgrenze bezeichnet die Einkommensgrenze, bis zu der Beschäftigte verpflichtet sind, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern.

 

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Welche Versicherungen brauche ich?


Zum Start ins Berufsleben bekommen Auszubildende häufig Besuch von Versicherungsvertretern. Nach Angaben des Bundes der Versicherten unterschreiben angehende Azubis allerdings oft Verträge über Versicherungen, die sie gar nicht benötigen. Neben der ohnehin obligatorischen Krankenversicherung ist eigentlich nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig. Sie kann im Notfall Existenz sichernd sein.

Alle anderen maßgeblichen Versicherungspolicen, die die Vertreter offerieren, kannst du in der Regel noch über die Eltern nutzen. Nach Angaben der Verbraucherschützer bist du bis zum Ende der Ausbildung über die Eltern haftpflichtversichert.


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Wozu brauche ich die Lohnsteuerkarte? Muss ich Steuern zahlen?

Die meisten Azubis zahlen keine Lohnsteuer, aber Beiträge für die Sozialversicherung. Diese Beiträge zieht dein Arbeitgeber jeden Monat automatisch von deinem Gehalt ab. Dein Arbeitgeber benötigt daher in jedem Fall deine Lohnsteuerkarte.

Eine Lohnsteuerkarte bekommen alle Arbeitnehmer mit einem festen Wohnsitz in Deutschland. Sie wird von der Gemeinde ausgestellt, an der Sie Ihre Hauptwohnung (bei Ehepartnern: gemeinsame Hauptwohnung) angemeldet haben. Die Ausstellung und Zusendung der Lohnsteuerkarten für das Folgejahr übernahmen bis zum 31. Oktober 2009 die zuständigen Gemeinden. Ab 2012 wird die Lohnsteuerkarte in Papierform abgeschafft und durch eine elektronische ersetzt.

Für die Übergangszeit gibt es eine Sonderregelung: Die Lohnsteuerkarte 2010 bleibt auch im Jahr 2011 gültig. Beim Wechsel der Arbeitsstelle in 2011 wird die Lohnsteuerkarte 2010 vorgelegt. Jobanfänger, die noch keine Karte von 2010 besitzen, müssen beim Finanzamt eine arbeitgeberbezogene Bescheinigung beantragen. Diese Bescheinigung wird alle relevanten lohnsteuerlichen Merkmale, wie Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibetrag, Freibetrag enthalten und kann für die Lohnabrechnung verwendet werden.

Bei deiner ersten Lohnsteuerkarte solltest du prüfen, ob die Angaben stimmen. Die meisten Azubis müssen keine Lohnsteuer zahlen, da sie zu wenig verdienen. Zahlst du Lohnsteuer, hängt die Höhe entscheidend von deiner Lohnsteuerklasse ab. Die Lohnsteuer wird dann - ebenso wie die Beiträge zur Sozialversicherung - monatlich von deinem Lohn abgezogen.

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Was kann ich als Azubi für finanzielle Unterstützung beantragen?


Auszubildende, die nicht bei den Eltern wohnen, weil der Betrieb zu weit entfernt ist, können Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Dies gilt auch für Azubis, die in erreichbarer Nähe zu den Eltern leben und über 18 Jahre alt oder verheiratet sind oder mindestens ein Kind haben.

Wichtig ist, dass die Unterstützung möglichst schnell, am besten vor Beginn der Ausbildung, bei der Berufsberatung der örtlichen Agentur für Arbeit beantragt wird. Denn die Hilfe wird frühestens ab dem Monat gezahlt, in dem der Antrag gestellt wurde. Die Höhe richtet sich nach der Art der Unterbringung und nach dem Einkommen des Azubis, außerdem nach dem Jahreseinkommen der Eltern.
Wer prüfen will, ob und in welcher Höhe ihm BAB zusteht, findet auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit einen BAB-Rechner.

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Worauf muss ich achten, wenn ich ein Konto eröffne?

Spätestens mit Ausbildungsbeginn musst du dir ein eigenes Girokonto einrichten. Erkundige dich vorab, bei welche Banken ein Girokonto für Azuibs kostenlos ist. Auszubildende unter 18 Jahren benötigen für eine Kontoeröffnung die Genehmigung der Eltern. Ist das 18. Lebensjahr vollendet, muss der Kontoinhaber in der Regel nachweisen, dass er noch Auszubildender ist, um das kostenfreie Konto zu erhalten.

Die Kreditinstitute versuchen im Beratungsgespräch auch kostenpflichtige Konten mit Zusatzleistungen oder eine Versicherung zu verkaufen. Auf eine Handypolice im Kontopaket kannst du ebenso verzichten wie auf eine separate private Rentenversicherung. Langfristige Vertragsbindungen sollten in jungen Jahren generell vermieden werden, damit man auf veränderte persönliche Situationen richtig und flexibel reagieren kann.

 

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Was soll ich tun, wenn ich die Ausbildungsstelle wechseln möchte?


Frustrierte Auszubildende sollten nicht zu schnell das Handtuch werfen. Viele Probleme lassen sich innerhalb des Ausbildungsbetriebs lösen, wenn man sie nur offen und sachlich anspricht.


Solltest du wirklich keinen Ausweg mehr finden, dann kündige erst, wenn du bereits etwas Neues in Aussicht hast! Erfahrungsgemäß ist die Abbrecherquote gerade in Betrieben sehr hoch, wo die Ausbildungsqualität niedrig ist.


Azubis merken relativ schnell, dass sie in ihrem Betrieb nicht glücklich werden und wechseln dann lieber noch. Zum Anfang des Ausbildungsjahres ist das auch oft noch möglich. Sich nach dem Wechsel in der neuen Stelle zurechtzufinden und in den Stoff einzuarbeiten, ist nach wenigen Wochen meistens keine unüberwindliche Hürde.


Irgendwann ist der Zug aber abgefahren: Nach dem Dezember des neuen Ausbildungsjahres stellen Unternehmen auch praktisch keine Azubis mehr ein. (uh)

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