10 Fragen an...

Martina Jalloh, Referentin für Ausbildung bei der REWE Zentral AG in Köln

 

Weshalb sollte ein junger Erwachsener seine Ausbildung ausgerechnet in Ihrem Unternehmen machen?

Die REWE-Group ist einer der führenden deutschen und europäischen Handels- und Touristikkonzerne. Wir betreiben insgesamt 14.700 Filialen in 16 Ländern mit rund 320.000 Mitarbeitern und jährlich ca. 7000 Auszubildenden. Es gibt nicht nur aufgrund der Größe sehr viele und interessante Möglichkeiten, innerhalb des Konzerns Karriere zu machen. Außerdem haben wir eine sehr hohe Übernahmequote, die in der Kölner Konzernzentrale über 90 Prozent liegt. Im letzten Jahr wurden zum Beispiel alle Auszubildenden übernommen.


Welche Ausbildungsberufe bietet Ihr Unternehmen an?

In der Kölner Zentrale werden Groß- und Außenhandelskaufleute, Fachinformatiker und Bürokaufleute ausgebildet. Eine spezielle Ausbildung bietet das duale Studium: Bisher haben 32 Studenten parallel zu einer kaufmännischen Ausbildung ein zusätzliches Handelsmanagement-Studium absolviert. Diese Studenten erhalten vom Konzern die reguläre Ausbildungsvergütung, und zusätzlich - darauf sind wir besonders stolz - übernehmen wir die gesamten Kosten des Studiums.


Ihr "Wunsch-Azubi" besitzt folgende drei Eigenschaften:

Unsere Auszubildenden sollten selbstständig sein. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf Teamgeist und eine hohe Flexibilität, so dass sie sich schnell in den verschiedenen Bereichen und Arbeitsabläufen zurecht finden.


Folgende drei Situationen würden in einem Bewerbungsgespräch mit Ihnen definitiv zum "Aus" führen:

Wenn sich im Gespräch herausstellt, dass der Bewerber sich nicht über den Beruf informiert hat und gar nicht wirklich weiß, worum er sich bewirbt, so sind das schon mal schlechte Voraussetzungen für ein Engagement. Auch wenn man feststellen kann, dass der Kandidat nicht in das Team passt oder gemachte Angaben, egal ob Charaktereigenschaften oder fachliche Qualifikationen, nicht zutreffen, ist das sicherlich ein Nachteil.


Beenden Sie folgenden Satz:
Durchschnittliche Noten in der Berufsschule sind …

...immer im Zusammenhang zu sehen! Wir legen durchaus Wert auf gute Noten, insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathematik. Wir schauen uns aber immer die Zeugnisse über einen längeren Zeitraum an und achten zusätzlich darauf, welche Praktika absolviert wurden.


Welche Besonderheiten (Schulungen, interne Veranstaltungen, Exkursionen etc.) bieten Sie Ihren Azubis?

Pro Jahrgang findet ein Besuch in Industrie- und Produktionsbetrieben statt. Zum Beispiel in der Zuckerverarbeitung, wo den Auszubildenden ein Einblick in den gesamten Produktionsablauf gewährt wird - vom Raffinieren bis zum Verpacken. Zudem finden verschiedene Schulungen statt wie Verhaltenstraining, um nur eines zu nennen. Es gibt zahlreiche Projekte, auch in den Bereichen soziales und kulturelles Engagement, wie etwa unsere Theatergruppe. Darüber hinaus nehmen wir mit unseren Auszubildenden jedes Jahr am Fremdsprachenwettbewerb »Team Beruf« teil.


Unterstützen Sie Ihre Azubis im Vorfeld der Prüfungen? Wenn ja, wie?

Ab dem ersten Jahr erhalten unsere Auszubildenden kontinuierlich Hausunterricht von externen Berufsschullehrern. Vor den Abschlussprüfungen absolvieren die Auszubildenden dann ein Prüfungssimulationstraining sowie vorbereitende Übungen zur Verhaltenssicherheit, damit sie mit einem guten Gefühl und selbstbewusst in die Prüfungen gehen.


Nehmen Sie Stellung zu folgendem Vorurteil: "Azubis stehen rund um die Uhr am Kopierer oder sind mit Botengängen beschäftigt."

Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Auszubildenden vernünftige Tätigkeiten ausführen. Es gehört natürlich dazu, dass man auch mal etwas kopieren muss, aber nicht mehr als jeder andere Mitarbeiter auch. Durch den sehr engen Kontakt zu den Ausbildungsbeauftragten und den verschiedenen Abteilungen werden die Auszubildenden sehr gut betreut. Es finden regelmäßige Feedbackgespräche statt, wobei die Resonanz für uns als Arbeitgeber dabei bisher durchweg positiv ausfiel.


Beenden Sie folgenden Satz:
Die Motivation in der Aufgabe eines Ausbilders liegt meiner Ansicht nach in ...

...der positiven Entwicklung des Menschen, zu der wir stetig beitragen. Die Auszubildenden sollen sich in persönlicher und fachlicher Hinsicht weiterentwickeln und werden dabei von uns mit den verschiedensten Maßnahmen gefördert - nicht zuletzt, um am Ende der Ausbildung eine erfolgreiche Übernahme zu ermöglichen


Wann sollten sich interessierte junge Menschen für einen Ausbildungsplatz in Ihrem Unternehmen bewerben?

Das Ausbildungsjahr fängt bei REWE einheitlich am 1. September an. Eine Bewerbung sollte zwischen September und Dezember eines jeden Jahres eingehen. Danach werden die Zuschriften gesichtet. Anschließend folgen Einstellungstests und darauf ein Einstellungsgespräch. Im März ist dann der gesamte Prozess abgeschlossen.

 


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