Von Lerntypen und Prüfungsvorbereitung

Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist es, den eigenen Lerntyp zu kennen. Einen „reinen“ Lerntyp gibt es zwar nicht, bei der überwiegenden Zahl der Menschen lassen sich jedoch Schwerpunkte feststellen. 

 

Lerntyp HörenLerntyp SehenLerntyp Fühlen/Handeln

Menschen vom Lerntyp Hören lernen am besten Lerninhalte, die gehört werden, z. B. über Vorträge, Hörmedien usw.  

Menschen vom Lerntyp Sehen benötigen zum erfolgreichen Lernen bildliche Darstellungen wie Diagramme, Schaubilder, Grafiken, Fotos usw., eben alles, was über das Sinnesorgan Auge aufgenommen werden kann.

Menschen vom Lerntyp Fühlen/Handeln lernen am besten, wenn die eigenen Werte über die aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten aufgenommen werden.

Als Grundregel gilt in jedem Fall: Lernen Sie mit allen Sinnen!

 

Auf diese Weise gilt es, folgende Lernstrategien als langfristige Prüfungsvorbereitung zu verfolgen:

 

  • Teile die Lerninhalte!

Mehrere kleine Lerneinheiten, unterbrochen durch kurze Pausen, lassen sich erfolgreicher merken als eine große!

 

  • Lerne mit Einsicht!

Lerninhalte, die nachvollziehbar sind, merken sich leichter.

 

  • Bilde Zusammenhänge!

Durch die Anfertigung von Übersichten oder Strukturbildern ergeben sich gut zu merkende Lerngerüste.

 

  • Finde die Bedeutung!

Wenn einzelnes Wissen in bedeutungsvolle Zusammenhänge (Vergleiche, Ereignisse, Gleichnisse usw.) gestellt wird, ergibt sich ein größerer Lerneffekt.

 

 

Die Planung der Prüfungsvorbereitung

 

Jeder weiß es, aber im alltäglichen Lernen wird  immer wieder ignoriert: kurzfristiges „Pauken“ verhilft selten zum gewünschten Lernerfolg. Lernstrategien und vor allem bewusste Planung der Prüfungsvorbereitung bilden den Schlüssel zum Erfolg. Hintergrund hierfür sind die biologischen Grundlagen des Lernens. Wenden wir uns also direkt der sinnvollen Prüfungsplanung zu! Hierbei kann ein Kalender, der nur für diesen Zweck eingerichtet wird, durchaus sinnvolle Dienste leisten.  

 

Langfristige PrüfungsplanungMittelfristige PrüfungsplanungKurzfristige Prüfungsplanung

Diese wird bestimmt durch:

Diese wird bestimmt durch:

Hier kommt vor allem in Betracht:

  • sorgfältige Anlage, Sammlung und Ordnung der Unterlagen, Arbeitsblätter, Lösungen, Fallsammlungen
  • regelmäßiges Arbeiten im Arbeitsablauf
  • aktives Lernen mit Büchern, Fallsammlungen, Prüfungsbüchern
  • rechtzeitigen Planungsbeginn
  • genaue Bestimmung der Prüfungsbereiche
  • sorgfältiges Zusammenstellen der Prüfungs- materialien
  • ehrliche Diagnose der eigenen Kenntnisse
  • realistische Zeitbedarfs- schätzung

 

  • Üben des Prüfungsablaufs (Prüfungsgebiet, Zeit, Aufgaben- stellungen) 
  • Prüfungsinhalte anhand von speziellen Prüfungsbüchern und "alten" Prüfungen wiederholen
  • Nutzen von Lernübersichten, Tabellen, Lernkarteien, Grafiken
  • Normales Leben weiterführen (Erholung, soziale Kontakte usw.)
Als Grundregel gilt natürlich für alle Planungen: Was du HEUTE kannst besorgen, das verschiebe NICHT auf MORGEN!

Die Durchführung der Prüfungsvorbereitung

 

Die Durchführung der Prüfungsvorbereitung gestaltet sich dann nach folgenden Aktivitäten:

 

  • Aufbereitung (ca. 30 % der Zeit)

Die Prüfungsthemen sollten inhaltlich wechseln und es ist sinnvoll, verschiedene Lernquellen zusammenzuführen (Bücher, Unterlagen, Fälle, Materialien usw.).

 

  • Einprägen (ca. 20 % der Zeit)

In dieser Phase sollte man keinen neuen Stoff mehr hinzufügen. Prüfungsfragen werden beantwortet, Probeprüfungen gelöst und Prüfungsbücher bearbeitet. Wiederholen, Einordnen des Gelernten und eine Wissenskontrolle sichern das Einprägen ab.

 

  • Wiederholen (ca. 10 % der Zeit)

In dieser Phase wird nur noch mit den vorhandenen Aufzeichnungen gearbeitet. Der Überblick wird (wieder) hergestellt und erneut Probeprüfungen, die diesmal ein gesamtes Prüfungsgebiet umfassen, bearbeitet.

 

  • Pausen (ca. 20 % der Zeit)

Belohnung und Erholung sind wichtige Phasen, in denen sich die gelernten Inhalte „einnisten“.

 

Belohnen Sie sich nur, wenn Sie die obigen Phasen durchlaufen haben! Bleiben Sie ehrlich zu sich selbst!

 

  • Zeitreserven (ca. 20 % der Zeit)

Eine Prüfungsplanung kann immer Unvorhergesehenes zu Tage treten lassen (z. B. Inhalte die man nicht versteht, einzelne Themen benötigen mehr Lernzeit oder „nur“ eine kurzfristige Erkältung). Planen Sie deshalb ausreichend Zeitreserven in Ihren Prüfungsplan ein. 

 

 

entnommen aus: Breit, Brüggen, Neuhausen, Solveen: "Die Prüfung der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten", 6. Auflage, 2009, Kiehl


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